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Deutscher Immobilienmarkt profitiert von der Wirtschaftskrise

Die Rezession hat den europäischen Immobilienmarkt durcheinander gewirbelt. Moskau stürzt von Platz eins der aussichtsreichen Städte auf Rang sechs ab. Deutschland profitiert dagegen: München und Hamburg stehen nun an der Spitze der europaweiten Liste.

Frankfurt am Main - Immobilieninvestoren würden am ehesten in München und Hamburg Wohnungen, Häuser oder Gewerbeflächen kaufen. Moskau dagegen ist in der Gunst der Investoren deutlich gesunken. Dies sind zwei Ergebnisse einer Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) und des Urban Land Institute (ULI). Die Institute befragen jedes Jahr rund 500 Immobilieninvestoren aus aller Welt, an welchen europäischen Standorten sie am ehesten ihr Geld anlegen würden.

Insgesamt haben es vier deutsche Metropolen unter die besten zehn geschafft: Neben München und Hamburg noch Berlin und Frankfurt am Main auf den Plätzen neun und zehn. "Der deutsche Immobilienmarkt gewinnt in der Krise an Attraktivität. Bei akzeptablen Renditen sind die Risiken hierzulande deutlich niedriger als in den Boomregionen früherer Jahre", erklärt Helmut Trappmann, Leiter des PwC-Bereiches Real Estate.

Während Berlin seinen neunten Platz im Ranking halten konnte, rutschte Frankfurt am Main vom siebten auf den zehnten Platz ab. "Die Bankenmetropole bekommt die Finanzkrise zweifellos zu spüren. Nach Einschätzung der Experten ist insbesondere der Markt für Büroimmobilien gesättigt", sagte Trappmann.

Im Vergleich zum Vorjahr kräftig nach oben geklettert sind auch Zürich und London: Der Schweizer Finanzplatz schaffte es von Platz 17 im vergangenen Jahr auf Rang vier. London liegt nun direkt dahinter auf Platz fünf (2008: Platz 15).

Am schlimmsten hat es Moskau erwischt. Im vergangenen Jahr rangierte die russische Hauptstadt noch an der Spitze, jetzt rutschte sie auf Platz sechs ab. Zudem seien die Investitionsrisiken in Moskau am höchsten.

Immobilien werden in vielen Städten billiger

Insgesamt erwartet die Immobilienbranche vor dem Hintergrund der weltweiten Wirtschaftskrise ein schwieriges Jahr. Vor allem leidet sie unter Geldnot, es wird weniger Investitionen geben: "Der europäische Immobilienmarkt steht von mehreren Seiten unter Druck. Da Banken kaum noch größere Kredite vergeben und Investoren vor Neuengagements zurückschrecken, steht zu wenig Kapital für neue Projekte zur Verfügung", sagte Trappmann.

Doch die Krise hat auch ihr Gutes: Weniger Investitionen bedeuten weniger Nachfrage. In der Folge sinken in vielen Städten die Preise für Häuser, Wohnungen und Gewerbeflächen

Quelle: Spiegel online vom 2.2.2009